IAMX

Weekender Club, Innsbruck, 11.3.09 +
Posthof, Linz, 12.3.09 

Nach dem ersten Teil der Unheard-Tour im Dezember, bei der sie die unveröffentlichten und deshalb ungehörten Songs des dritten Albums zum ersten Mal präsentierten, besuchten IAMX Österreich nun zum zweiten Teil der Tour, diesmal unter dem Namen „Kingdom of Welcome Addiction“ – dem vor zwei Wochen bekannt gegebenen Albumtitel. Das VÖ-Datum steht nun übrigens auch fest; man kann ab 19.Mai wieder shoppen gehen.

Der Weekender Club ist eine dieser selten gewordenen Venues, die klein, gemütlich und hübsch sind, in denen man rauchen darf und die dieses gewisse Undergroundclub-Flair besitzen. Die cool wirken und diese Coolness auf seine Besucher übertragen, die dadurch scheinbar selbstbewusster werden und sich um eine ganze (Achtung Wortspiel!) Ecke mehr am Konzert beteiligen als anderswo. Im direkten Vergleich des Innsbrucker Weekender und der relativ großen Halle des Linzer Posthofs gewinnt deshalb ganz klar Team Innsbruck! Das Publikum dort war aktiver und bekam dementsprechend auch mehr Rückmeldung von der Band. Vor der Zugabe gestand Chris Corner sogar, dass Bassist Dean Rosenzweig diesen Gig in der Pause gerade zu einem der „best gigs of all time“ erklärt hat. Herr Corner war an diesem Abend sowieso verhältnismäßig gesprächig und kontaktfreudig. Trotzdem scheint es fast wie eine Sensation, dass plötzlich sogar ein Fan zu Chris auf die Bühne durfte – wenn auch nur für ein paar Sekunden. Er schmiss ständig seine Hüte ins Publikum und verschenkte einen der beiden (den tollen, schwarz-weißen Pokerhut!!) schließlich sogar. Ein bisschen „Ich-weiß-in-welchem-Land-wir-gerade-sind“-Gepose war dann am Schluss auch noch drin, als er sein rot-weiß-rotes Austria-Handtuch in die Höhe hielt und sich damit noch ein paar Sekunden Extra-Applaus erschlich.

In Linz beschränkte sich die hohe, vom Tanzen und Springen verursachte Luftfeuchtigkeit wohl hauptsächlich auf die ersten drei Reihen und einen kleinen Teil der Mittelreihe. Chris Corner war auch da sehr gut gelaunt, aber weniger gesprächig. Womit sich mal wieder bestätigt, dass sich mit jedem Kubikmeter Halle auch die Stimmung irgendwie verflüchtigt, egal wie gut eine Band drauf und eine Setlist aufgestellt ist!

Musikalisch war alles gewohnt tiptop, vom Sound bis zur extravaganten Performance aller vier Bandmitglieder gab es in beiden Städten keine Beanstandung. Ein IAMX-Gig ist nun mal nicht bloß irgendein Gig, das sind Erlebnisse! Dunkle Bassbeats, eine glockenhelle Männerstimme, gemischt mit einer Mini-Varieté Show, die den Wahlberlinern wohl aus ihrer zur Muse erkorenen Stadt eingegeben wurde. Selbst wenn die Setlist an beiden Abenden gleich blieb, alle Songs haben genug Energie um nicht langweilig zu werden und machen auch zwei Mal hintereinander Spaß. Das neue Material hat schon mal den Live-TÜV bestanden und verleitet zur Umgehenden Vorbestellung des Albums!

 IAMX - I am terrified @ weekender club

ah