The Killers, Zenith, München, 16.3.09 

Wer Pomp, Glamour und Übertreibung nicht in einem gigantisch überdimensionalen Indiepop-Konzert vereint sehen will, sollte wohl entweder The Killers live meiden, oder sich einfach mal zurücklehnen und überzeugen lassen.

Denn auch wenn man Lightshows a la Coldplay und Frontmann-Gehabe a la U2 affektiert und nervig findet, bei den Killers funktioniert das alles. Vielleicht liegt das daran, dass man die Herren automatisch mit ihrer Heimat Las Vegas verbindet und deshalb die Wand aus bunten Glühbirnen tatsächlich Sinn macht, oder daran, dass Brandon Flowers im Gegensatz zu Chris Martin nicht wie ein alkoholkranker Schimpanse wirkt, wenn er Posen wirft und seine Botschaften im Gegensatz zu denen von Bono unaufdringlich und wenig oberlehrerhaft wirken. Jedenfalls kann man vorab schon mal anmerken, dass es bis jetzt nur wenigen (um genau zu sein, eigentlich nur den Foo Fighters und den Kaiser Chiefs) gelungen ist, in diese große böse Halle des Zenith so eine Bombenstimmung zu zaubern!

Es gab einen sehr großen Anteil an Songs vom aktuellen Album „Day & Age“, aber glücklicherweise wurden die alten Lieblinge der Vorgänger nicht komplett vergessen. Denn leider sind die neuen Songs im vergleich zu den alten eher mau. Die Stimmung war trotzdem auch weiter hinten noch gut verschwitzt, vereinzelt haben sich bis zur Bar (dort wo sonst nur die Kopfnicker stehen) kleine Pogo-Grüppchen bewegt und der Großteil der Menschen hat ungezwungen mitgesungen. Auch wenn man sich manchmal wünscht, Herr Flowers würde doch ein wenig mehr reden: Hauptsache er singt, und das tut er nahezu perfekt! Keine Schräglagen, kein Räuspern, keine Texthänger. Dieser Mann ist entweder ein perfektionistischer Gesangsstudent oder ein absolutes Wunderkind!

Die Lichtinstallation war wie erwähnt sehr opulent (und vermutlich nicht gerade energiesparend), die Deko erinnerte stark an einen botanischen Garten. Zwischen beleuchteter Textunterstützung für das Publikum bei „All these things that I’ve done“, Silberschnipsel-Explosionen und dem abschließenden Feuerregen waren kaum Verschnaufpausen für das staunende Publikum. Es war, als hätten sich alle übrig gebliebenen Weihnachtsbeleuchtungen Münchens aus dem vergangenen Jahr zusammengefunden und ein kleines Gruppenkuscheln veranstaltet.

Für jede andere junge Band wäre dies wohl der Todesstoß in die Unglaubwürdigkeit, für die Killers der Aufstieg in die nächste Liga – was wohl leider auch bedeutet, dass bei der nächsten Tour auch die Ticketpreise Coldplay und U2 lächerlich wirken lassen.

ah